Mittwoch, 13. Juli 2016

Nicaragua, auf den Vulkan Maderas auf Isla de Ometepe (10. - 13.7.16)

Nicaragua hat mich wieder sehr positiv überrascht! Es hat sehr viele Touristen, speziell aus den USA und Kanada, da Nicaragua heute als sicher gilt. Viele Ausländer kaufen Häuser, was die Preise explodieren lässt, die Einheimischen müssen weiter entfernt etwas suchen.
Vieles erinnert an den sozialistischen Bruder Kuba: Ochsengespanne statt Traktoren, Pferdegespanne. Die Leute müssen mit sehr wenig auskommen.

Die Polizisten sind sehr nett. Ich sah nur drei Kontrollen: Zwei Mal, als ich an übersichtlichen Stellen bei Sicherheitslinie überholt habe. Sie wissen genau wo sie stehen müssen! Wir haben es ausführlich diskutiert und ich konnte es mit einem Trinkgeld regeln. Bei der Radar-Kontrolle war ich im erlaubten Bereich, so dass sie sich nicht mit mir unterhalten wollten. Aber andere Polizisten haben mich aufgehalten um zu plaudern.

Der grosse Windpark entlang des Lago Nicaragua wurde seit meinem letzten Besuch (2014) weiter ausgebaut. Dieser riesige Süsswassersee und liegt nur auf 20 m.ü.M.

 

Zuerst kreuze ich Pablo. Wenn sich voll beladene Biker auf einer normalen Strasse kreuzen wird meist angehalten. Wenn man diese Zeit für ein kurzes oder längeres Gespräch nicht hat, dann macht man etwas falsch. Solche Biker trifft man ja selten. Er lebt in den USA und besucht seine Familie in Argentinien. Er muss die Stahlratte erreichen und ist daher etwas in Eile.




Dann treffe ich Zainal und Celeste aus Malaysia. Sie kommen von der Stahlratte und sind seit ein paar Jahren weltweit unterwegs. Am Abend nehmen wir zusammen einen Drink.




San Juan del Sur ist ein typischer Ort mit Backpackern aus den USA. Es ist sehr teuer und laut, für mich reicht eine Nacht. Aber die Strände sind sehr schön.




Als ich die beiden Vulkane Concepción und Maderas (rechts) auf der Insel Ometepe fotografierte, wusste ich noch nicht, dass ich morgen auf dem Maderas stehen werde, in dichtem Nebel.
In San Jorge, der Hafenstadt, holen Tankfahrzeuge Wasser aus dem See und verteilen es in der Stadt als Gebrauchswasser. Die letzten zwei Jahre hatte es kaum Regen, so herrscht überall Wassermangel.


Die Fähren sind sehr klein und fahren selten, so musste ich fünf Stunden warten bis ich Platz hatte
 

Von der Fähre konnte man die Windparks gut erkennen.
 

Der Flugplatz auf der Insel Ometepe wird voraussichtlich selten angeflogen. Ob der anwesende Wachmann die Absperrungen wohl alleine entfernen kann.
US-Amerikaner auf der Fähre empfahlen mit die Finca Magdalena. Sie wollen sich hier niederlassen und ein Haus kaufen. Mit Internet kann man sein Büro überall auf der Welt haben.
Die Einrichtungen waren sehr einfach, aber das Zimmer kostete nur 7 US$. Als Schweizer weiss man kaum mehr wie Schmetterlinge aussehen, so ist dies ein sehr schöner Anblick.



In Panama City habe ich neue Wanderschuhe gekauft. ein Grund diese auszuprobieren. Also habe ich mich für die Wanderung auf den Maderas angemeldet. Wie werde ich die acht Stunden wohl überstehen? Aber die Amis haben es auch geschafft, wenn auch nur bis zum Kraterrand. Und die sind ja nur 20 Jahre jünger.

Jersom López ist 20 Jährig und hat uns gut geführt. Die Finca ist eine Cooperativa mit 24 Teilhabern, seine Mutter ist eine davon und führt das Gästehaus. Er studiert Informatik.
Wir sind auf 100 m.ü.M. Der Kraterrand liegt auf 1'394 m und dann geht es weit hinunter zur Lagune.




Hier wird Kakao und Kaffee angebaut

Ein paar Eindrücke von unserem Aufstieg, er dauerte 4 1/2 Stunden. Jetzt weiss ich warum der Regenwald Regenwald heisst.







Geschafft, wir sind auf dem Kraterrand! Nun gehts nur noch steil hinunter zur Laguna.


Ach ja, so sieht die Sicht bei schönem Wetter aus!


An der Laguna. Heute ist kein Badewetter!
In 3 1/2 Stunden sind wir wieder auf der Finca, eine Dusche wartet.




Was bleibt ist eine eindrückliche Erinnerung an die reine Natur, welche wir den ganzen Tag geniessen durften! Und natürlich etwas Stolz dass ich als "alter" Mann den 3 jungen Girls aus Costa Rica folgen konnte.

Auf Ometepe hat es wunderbare, endlose Süsswasser-Sandstrände


Lachende Kids sind immer ein Vergnügen, auf der ganzen Welt!


Ein Riesenaufsteller ist auch meine Wunde, welche fast verheilt ist. Das Warten in Panama hat sich gelohnt!




Sonntag, 10. Juli 2016

Wieder in Costa Rica (29.6. - 10.7.16)

Der Grenzübertritt von Panama nach Costa Rica ist problemlos. Nach 2 Stunden liegt der Zoll hinter mir. Ich habe eine Versicherung, eine Telefonkarte und Geld, wobei mich die Postcard leider wieder im Stich gelassen hat.

Ich freue mich wieder bei Mark, Haylin und Julia „mein“ Haus an der Playa Cañaca zu beziehen. Es liegt am Golfo Dulce auf der Peninsula Osa. Hier bin ich Teil der Familie. Ihr Leben ist sehr einfach, aber geprägt von grosser Herzlichkeit.
Meinen roten Hosen haben Sonne und Jahre zugesetzt, so muss ich mich leider trennen. In Panama habe ich nichts Passendes gefunden. Für Haylin als Schneiderin ist dies aber kein Problem, einen passenden Stoff hat sie auch – im Supermarkt habe ich sogar ein Kompliment (für meine neuen Hosen) erhalten.


Das alte Schlachthaus steht nahe am Wasser. Alle paar Jahre läuft bei extremen Mondstellungen sogar etwas Wasser ins Haus. Für mich ist diese starke Ebbe und Flut immer wieder faszinierend.
 


Affen und Papageien lassen sich täglich blicken, die Brüllaffen hört man sehr oft.

 

 

Julia ist ein richtiges Naturkind und mit ihren 12 Jahren beeindruckend. Sie weiss sich immer zu beschäftigen, ob Fischen, alleine spielen, Gitarre spielen und singen, tanzen, Kokosnüsse einsammeln (der Verkaufserlös gehört ihr, als ich dort war wurden 140 Stk. abgeholt), etc. Mark unterrichtet sie in vielen Dingen, da die öffentliche Schule ihr wenig zu bieten hat.
Eigentlich wollte ich nur ein oder zwei Nächte bleiben. Infolge Ferienzeit waren die Cabañas bei Fredy und Fränzi in Orosí ausgebucht, Gaby aus San José hat als Lehrerin Schulferien und ist in den USA, bei Regen wollte ich nicht losfahren, Kai wollte mich besuchen, so blieb ich sechs Nächte.
Haylin hat ein feines Abschiedsessen aufgetischt, auch Kai wurde als Familienmitglied aufgenommen. Ich denke gerne an die schöne Zeit an der Playa Cañaza zurück. Vielen Dank!
Wenn man hier die vielen Palmöl-Plantagen sieht, dann kann man erahnen wie es um die Zukunft der Wälder aussieht, nur Profit zählt.


Ein Halt an der Brücke der Krokodile ist ein Muss. Das letzte Mal hatte es jedoch mehr Krokodile.

Eine Übernachtung bei Werner, Aliza und Gody auf ihrer Farm in La Angostura, Esparza zeigt das Leben von Auswandern mit allen Vor- und Nachteilen. Werner mit seinen 74 Jahren ist immer noch Vollblut-Landwirt. Warum habe ich dieses Mal kein Foto von ihnen gemacht? Als Erinnerung eines vom 1. August 2014. 



In Ramón sah ich eine grosse Honda vor einer Honda-Werkstatt. Ob sie mein Blinkerproblem beheben können? Ja, zudem wurden Led-Scheinwerfer eingebaut und Zusatzlampen montiert und sonst noch Einiges erledigt. Ein richtiger Glücksfall – aber ich musste dort übernachten, da erst am folgenden Vormittag alles fertig war. Auch hier: Herzlichen Dank! 








Ich weiss noch wie eine Bohrmaschine funktioniert ;-))
 

Nach fünf Tagen durfte ich wieder den Verband entfernen und die Wunde pflegen, sie sieht wirklich viel besser aus. Aber schwimmen darf ich noch nicht.

Der Lago Aranal, für mich eine neue Gegend, sie könnte auch in der Schweiz liegen. OK, die Palmen sind fürs "Bärnbiet" nicht typisch.
Ein Halt in der „German Bakery“ bei Tom in Nuevo Arenal ist für jeden Reisenden ein „Muss“. Leider habe ich nicht gewusst dass er auch unterkünfte für Biker anbietet.
Der Fussballplatz in Nuevo Arenal wird instand gestellt. Für sechs Wochen ist er nun gesperrt.
Franz Ulrich Stöckli hat mit „Los Heroes“, La Pequeña Helvecia, eine Touristenattraktion geschaffen. Die erste Eisenbahn und das erste Drehrestaurant in Costa Rica, ein Bauernhof wie in der Schweiz etc. Er ist 2014 gestorben, Frau und Sohn führen es weiter. 
 
Touristen aus aller Welt geniessen die Bahnfahrt.








Ein Bauernhof wie in der Schweiz.
 
 

Kolibris vor meinem Hotel.
Ein letzter Blick auf den Lago Arenal.


Die letzte Nacht in Costa Rica, wieder bei Agi und Guido in den Cabañas Cañas Castilla in Sonzapote, La Cruz. Das „hauseigene“ Krokodil wird von einem Schmetterling besucht.

Ein kurzes Stück nur und ich bin an der Grenze zu Nicaragua. Ob ich wohl ein Restaurant finde um den Final der EM Frankreich – Portugal zu sehen?