Dienstag, 1. Oktober 2013

Mit der Stahlratte nach Panama

Irgendwie muss man ja nach Zentralamerika! Aber wie? Keine Strasse führt dahin, die USA wissen das zu verhindern. Fliegen oder per Schiff? Die Stahlratte ist kein Geheimtipp, fast jeder Panamerika-Motorrad-Reisende kennt diese.

Das 1903 in Holland gebaute Stahl-Segelschiff wird seit 8 Jahren von Ludwig sicher durch die See zwischen Kolumbien und Panama gesteuert.

Am 27. September stelle ich meine Africa Twin an die Pier in Cartagena, etwas erstaunt, dass die anderen drei Motorräder Berner Nummern tragen.



Schade, dass ich nicht mehr Zeit für Cartagena hatte. Die wunderschöne, gepflegte Altstadt mit vielen Pferdekutschen hätte noch viel mehr zu bieten.

Aber es ist auch schade, dass ich nicht noch mehr Zeit für Koumben hatte, es hätte noch so viel zu sehen gegeben, 10 Wochen sind zu kurz!
Ludwig ist ein toller Kapitän, er war kein bisschen sauer, als ich meine Fahrt vom 2. August auf den 30. August verschob - und dann nochmals auf den 28. September. Die Stahlratte verkehrt nur einmal im Monat in jede Richtung. 

Seit sieben Monaten ist Ludwig stolzer Vater seiner Tochter Lotti, logisch, dass seine Gedanken oft bei ihr sind.
Unter sechs Segeln bin ich noch nie gesegelt! Ein stolzer Anblick, dieses 110 Jahre alte Schiff! Ludwig legte einen Badehalt ein, so konnte ich mit meiner neuen UW-Kamera hinaus schwimmen und dieses Foto schiessen. Die starke Strömung hat mich abgetrieben, so dass ich noch  zu einem längeren Spurt gezwungen wurde. (Das Dingi wäre aber schnell im Wasser gewesen).
Die Berner Karl, Felix und Marcel hatten sich schnell die besten Plätze gesichert. Da wir aber nur sieben Gäste waren hatte es genügend Platz für alle. Auf der Rückfahrt sind 19 Motorräder angemeldet, dann dürfte der Platz knapp werden.  
Endlich hatte ich so wieder einmal die Gelegenheit meine Hängematte zu benützen, so oft hat sie in diesen Jahren die "frische" Luft nicht gesehen.
Die Baslerin Sonja vervollständigte die Schweizer Gruppe. Daneben reisten nur noch die Deutsche Michaela und ihr englischer Freund Kris.
Keine Ahnung wie man hier 19 Motorräder parkiert.

Der rieisige Esstisch auf dem oberen Deck. Die Crew hat uns richtig verwöhnt, der Fruchtsalat entsprach einem Fünfsternhotel, von den anderen Köstlichkeiten gar nicht zu sprechen.

Das Essen war immer hervorragend und abwechslungsreich.
Die Bucht von San Blase ist eine Reise wert. Die Korallen-Inseln mit ihren Kokospalmen ragen nur wenig aus dem Wasser, die globale Erwärmung mit dem Wasseranstieg wird ihnen zu schaffen machen.
 

Das Tauchen in diesem klaren Wasser ist ein spezielles Erlebnis, leider hat es nicht mehr viele Fische.
Nach so viel "Stress" ist man dankbar für eine Sitzgelegenheit auf dem Inselrundgang.

Eine Kokospalme entsteht.
Die "wundersame" Veränderung von fangfrischen Langusten.

Vom Kessel auf die Backbleche und dann auf den Grill.

Ein herrliches Festessen in dieser "Biderbuch-Landschaft".

Die Schiffscrew mit Nils aus Norddeutschland, Rebecca aus Paris und Käpten Ludwig. Als Voluntario kann man auf der Stahlratte während mindestens drei Monaten tolle Erfahrungen sammeln.


Sonja, Kris und Michaela.

Fast wie in den Ferien fühlt man sich an diesem Lagerfeuer.

 Die Kuna-Frauen haben uns Handwerksarbeiten verkauft und rudern im Einbaum zurück.

Nils ist auch im Einbaum "zu Hause". Als Theologiestudent wollte er einmal "mit den Händen arbeiten" und neue Kulturen kennen lernen. Ein toller Typ, es wäre schön wenn es mehr solche protestantische Pfarrer gäbe.

Der letzte Sprung vom Schiff, schöne und ereignisreiche Tage gehen zu Ende. Ein herzliches Danke an die ganze Crew!
Die Twin wird entladen, Südamerika liegt definitiv hinter mir.

Gut möglich dass ich wieder Gast auf der Stahlratte bin. Ich weiss, planen macht keinen Sinn, aber die Idee im Frühling 2015 mit der Stahlratte nach Kuba zu fahren tönt verlockend. Es gibt keine andere Möglichkeit mit dem eigenen Motorrad Kuba zu bereisen.

In den nächsten Tagen findest du mehr Bilder über diese Reise unter Amerika -> Fotos.

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