Samstag, 9. Mai 2015

Wie weiter in Nepal?

Glücklich kann man nicht werden.
Glücklich kann man nur sein.

An dieses Zitat von einem mir unbekannten Philosophen habe ich die letzten Tage oft gedacht. Wie viele suchen in der reichen Schweiz das Glück. Sie realisieren nicht welches Glück es ist hier geboren worden zu sein. Auch in der Schweiz haben viele Leute grosse Probleme, aber was sagt man Leuten, welche in einem korrupten und armen Land nichts mehr haben?

Das Foto wurde am 1. April 2015 in Kathmandu aufgenommen, als die Welt in Nepal noch in Ordnung war. Devi hat soeben einen Englischkurs begonnen um ihre Berufs- und Verdienstmöglichkeiten zu erhöhen.




Devi war mit dem Bus vier Tage unterwegs, durch die zerstörten Strassen dauerte die Fahrt länger. Sechs Stunden Fussmarsch und dann stand sie vor den Überresten des Elternhauses. Der Bruder wurde beim Erdbeben verletzt.

Der verletzte Bruder, Devi, eine Schwester und die Eltern im notdürftigen Unterstand.


Was haben sie für eine Zukunft? Hier haben sie keine mehr, sie werden sich irgendwo etwas Neues aufbauen, an einem Ort wo das Land etwas mehr hergibt. Ich und Devi wissen dass sie Glück im Unglück haben. Ich konnte ihnen Geld per Western Union überweisen und werde sie weiterhin unterstützen. Aber 100'000ende Familien sind in derselben Situation und haben keinen "Sponsor".

Wenn ich hier in der "warmen" Schweiz gewissen Experten zuhöre, welche Nepal vorwerfen, dass nicht erdbebensicher gebaut wurde, dann kann ich mich nur fragen wie man Zement und Armierungseisen in diese Dörfer bringt, welche erst nach stunden- oder tagelangen Märschen erreichbar sind. Und Geld ist sowieso keines vorhanden. In vielen Ländern werden die Steine selber aus Lehm gefertigt, das dürfte auch hier so sein.

Meinen tibetischen  Bekannten und Freunden geht es soweit gut, die Häuser stehen noch, welche Schäden vorhanden sind wird man abklären. Aber jetzt schlafen sie alle draussen weil sie Angst vor einem Nachbeben haben. Leider hat Hari, ein herzensguter Nepali, seinen Bruder mit der ganzen Familie unter den Trümmer des eingestürzten Hauses in Baktapur verloren.
Tenzin Lhamo, meine "Tochter" in Pokhara arbeitet im Verkaufsbüro für Flüge mit Ultraleicht-Flugzeugen. Die Touristen bleiben aus, somit bleibt die Firma mindestens drei Monate geschlossen, selbstverständlich wird kein Lohn ausbezahlt. Der Lohn von Tenzin Lhamo ist wichtig, der Vater ist vor vielen Jahren gestorben und die Mutter verdient in der Teppichfabrik nur ein "Trinkgeld". Wenn die Touristen ausbleiben fehlt die wichtigste Einnahmequelle in Nepal.
Heute haben wir vom Verein Tibeter Familien Hilfe Vorstandssitzung und anschliessend die jährliche Mitgliederversammlung. Uns liegen diverse Anfragen vor und wir haben viele Fotos erhalten. Wir werden besprechen und entscheiden, was wir weiter beisteuern können. Einen namhaften Betrag haben wir bereits als Soforthilfe überwiesen. Unser Spendenaufruf hat Erfolg gehabt, aber wir freuen uns natürlich über weitere Spenden, welche wir zu 100% und zweckgerichtet weiterleiten. Vielen Dank!

Tibeter Familien Hilfe TFH, CH-7270 Davos Platz
Graubündner Kantonalbank, CH-7002 Chur
IBAN: CH72 0077 4355 3229 3860 0
BIC/SWIFT: GRKBCH2270A
Vermerk: Erdbeben

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