Freitag, 18. Februar 2011

Meine Africa Twin wurde gestohlen!

Am Nachmittag ging, nach Tagen wieder einmal, ein bolivianisches Gewitter nieder. Also lasse ich meine Twin in der Strasse vor dem Haus stehen, nicht wie üblich mit dem Lenkradschloss gesichert, ich war ja nur kurz zu Hause und wollt sogleich wieder wegfahren. Soll ich meine Regenjacke aus der Seitentasche nehmen? Nein, ich fahre ja mit dem Taxi, und so stark wird es ja wohl nicht regnen.

Ich habe noch meine neue Brille geholt und als ich dann vier Stunden später wieder nach Hause komme, wundere ich mich, dass meine Twin nicht vor dem Hause steht. Ob sie Mario in die Garage gestellt hat? Nein, dort ist sie nicht, sie wurde gestohlen!

Amparo und ihr Sohn Mario laufen sogleich auf Hochtouren, das Telefon läuft heiss. Wir fahren zu Polizei, Rotlichter spielen keine Rolle mehr. Dort läuft bereits eine andere Anzeige, eine Frau ist in Tränen aufgelöst, da ihr Auto gestohlen wurde. Ich bleibe ruhig und übelege mir, wie ich mich verhalten soll. Ausfflippen? Zusammnbrechen? Was mache ich hier ohne meine Twin? Wie soll ich meine Reise forsetzen? Mit all dem Gepäck? Die Einvernahme beginnt, mein Pass ist zu Hause, super. Meine Twin hat ja zwei Kennzeichen, das chilenische SG 133 mit Versicherung, das aber in Bolivien nicht gerne gesehen wird und das schweizerische GR 1089. Wie soll ich das erklären? Mario ist dauernd am Telefon, als er sagt: Ein Freund hat die Twin gesehen, sie steht vier Blocks vom Haus entfernt. Diesen Freund habe ich mit seiner grünen Kawa vor zwei Wochen getroffen, als ich bein Mech eine Reparatur ausführen musste, daher hat er meine Twin gekannt. Voll bewaffnete Polizisten springen in Ihren Truck, Mario und ich hechten auf die Ladebrücke - und schon geht der Ritt unter Sirenengeheul durch die Stadt los. Warum wohl schalten sie das Blaulicht nicht ein?

Dank Mario und Niki habe ich meine Twin wieder
Wow, da steht meine Twin am Strassenrand, eigentlich sieht sie ganz gut aus. Dass meine Regenjacke gestohlen wurde, mit dem kann ich leben. Der Schlüssel ist zu Hause, also holen wir den. Als wir zurückkommen sagt der Polizist, dass das Zündschloss aufgebrochen wurde, der Schlüssel passt nicht mehr. Somit konnten sie die Twin nicht starten und haben aufgegeben.

Ich solle mich morgen auf den Posten melden, sagt ein Polizist. Amparo sah, dass junge Männer mit einem dunkelgrünen Auto meine Twin intensiv gemustert haben und dabei dauernd am Handy waren, der Arzt daneben hat das ebenfalls beobachtet. In der Nachbarschaft finden wir eine Garage, wo wir die Twin über Nacht einstellen können. Nico, der Mech, kann sie erst morgen abholen, da sein Auto unteregs ist.

Wolfgang hat keine Lust um noch etwas auswärts zu essen, ich würde gerne alle in das beste Lokal von Sucre einladen. Amparo und Mario kann ich überzeugen. So komme ich noch zu einer feinen Pasta. Da Mario genausowenig Lust hat wie ich ins Bett zu steigen gehen wir noch etwas in den Ausgang. Eine Twin wird schliesslich nicht jeden Tag gestohlen - und dass man sie sofort findet ist auch nicht selbstverständlich! Aber ich bin ja ein Sonntagskind! Soviel Glück muss gefeiert werden - und Geburtstag habe ich erst in einer Woche!!! In Bolivien gefällt es mir aber trotzdem. Herzlichen Dank an alle, die geholfen haben.

Der Freund mit der grünen Kawa fuhr an unserem Haus vorbei und sah, wie zwei Männer die Twin den Berg hoch stiessen, er dachte, sich nicht viel dabei. Als er später von seinem Haus aus sah, wie die zwei am Lenkradschloss arbeiteten rief er Niko an, der hatte aber meine Telefonnummer in seiner Werkstatt. Irgendwie kamen sie auf Mario - und so hat sich der Kreis geschlossen. Der Hauptdieb wurde schön früher bei Diebstählen beobachter, irgendwann wird er bestimmt erkannt.

Samstag, 22. Januar 2011

Eine spannende Woche in Sucre liegt hinter mir

Am letzten Sonntagabend bin ich nach einer Monsteretappe in Sucre angekommen, rechtzeitig zum Beginn des Freiwilligenseminars. Diese Woche hat mir viele neue Eindrücke und Wissen über Bolivien gebracht. Alle anderen TeilnehmerInnen sind junge Deutsche, welche ein Jahr hier verbringen, nun haben sie Halbzeit.

Heute war Reinigung in Villa Armonia angesagt, die Kids liessen sich begeistern. Ob dies ein regelmässiges Projekt wird? Die nächsten Wochen werde ich hier in Sucre verbringen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Die Dakar zieht weiter

Mehr Fotos hier

Den dritten Tag habe ich mit der Twin in der Wüste verbracht, ein herrliches Gefühl diese auf festem Sand zu bewegen - und wenn der Sand tief wird, dann muss man halt schieben...
Zwei Tage durfte ich mit Sergio und seinem Buggy in die Wüste, morgen werde ich mit meiner Twin ins Gelände. Zuschauen ist beeindruckend, was die Kerle durchstehen, das kann man erst ermessen, wenn man sie sieht und weiss, dass sie so schon mehrere Stunden unterwegs sind!
Nun muss ich nur noch das Problem mit meinem Gepäck lösen, und dann ziehe ich weiter nach Bolivien.

Ob ich nochmals zurück nach Iquique komme? Ein Gleitschirmkurs in Iquique hätte seinen Reiz, ab März sind die Bedingungen ideal... Mit Marcelo habe ich einen Schnupperkurs besucht. Tauchen war nicht möglich, da seit Tagen starker Wellengang ist (die Surfer freuts), aber die Unterwassersicht ist dadurch schlecht.

Wer weiss, wohin es mich in Zukunft noch treibt...

Samstag, 25. Dezember 2010

Mein Weihnachtsgeschenk: SG 133 an meiner Twin

Keine Angst, ich bin nicht in den Nachbarkanton St. Gallen umgezogen und habe mein Schild GR 1089 eingetauscht gegen SG 133.

Ich habs geschafft und darf nun neuerdings meine Twin ganz legal benützen, mit einer chilenischen Nummer, resp. zweien, weil hier die Motorräder auch vorne ein Schild benötigen. Ich habe wieder eine Versicherung, nur ein Papier fehlt noch, aber das erhalte ich am Montag.

Wie es weitergeht? Na ja, das weiss ich noch nicht, aber wir werden sicher noch herausfinden, wie ich meine Twin legal aus dem Zollfreigebiet Iquique ausführen kann. Aber bis zur Dakar dauert es ja noch 2 Wochen.

Grosse Entscheidungen stehen an: Soll ich den Sylvester mit Hugo, Ximenia und ihrer Famile verbringen. Antofogasta ist die übernächste Stadt im Süden, nur etwa fünf Busstunden entfernt. Drei Punkte sprechen dafür: Ich mag die beiden sehr gut, Antofogasta habe ich noch nicht besucht und das Ticket kostet retour nur ca. SFr. 25.- Die Busse sind sehr komfortabel. Warum ich das weiss? Weil ich eine persönliche Nummer, die RUT, für den Kauf "meiner" Twin benötigte, und diese erhielt ich nur in Arica, 4,5 Busstunden im Norden... Aber ich denke dass ich den Weg auf mich nehme.

Von grüner Weihnacht kann man hier nicht sprechen, da ich in der Wüste bin, also eher braun. Weihnachten ist auch hier das grosse Geschäft. Die künstlichen Bäume sind kleiner als bei uns, dafür blinken sie in allen Farben.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Mit Civet-Adventure.cl einige Tage im Hochland

Ich durfte Sergio einige Tage mit einer Gruppe Biker aus England ins Hochland begleiten. Auch wenn ich diese Gegend bereits selber befahren habe, durfte ich viele neue Plätze kennen lerne. Es war ein sehr schönes Erlebnis, vielen Dank Sergio.



Samstag, 11. Dezember 2010

Ich bin wieder in Iquique!

Tanzlektion mit der Lehrerin.
Wenn ich bereits in diesem Alter Tanzunterricht gehabt hätte...

Vor zwei Monaten wurden die Gesetze geändert, wie das mit meiner Twin läuft ist noch niemandem wirklich klar - aber wir finden sicher einen Weg!

Am Mittwoch wollte ich mit Sergio http://www.civet-adventure.cl/ auf eine Hochlandtour. Wie es scheint kriege ich ein benötigtes Papier nur in Arica, vier Busstunden entfernt. Da dort am Montag und Dienstag gestreikt wird kann ich es voraussichtlich erst am Mittwoch holen - oder sie beenden den Streik am Montag. Sonst folge ich Sergio und seiner Gruppe Fahrradfahrer am Samstag per Bus, dann sind sie in Colchane. Probleme sind da um eine Lösung zu finden - und sonst gefällt es mir hier ja bestens.

Am 7. Januar macht die Dakar-Rally hier halt, dieses Schauspiel lasse ich mir nicht entgehen. Und dann gehts nach Bolivien.

Samstag, 20. November 2010

Das Neujahr werde ich in Chile feiern




Blick aus der 21. Etage auf Santiago und die Anden.




Es ist schön Freunde zu haben - und wenn sie noch so schön wohnen... Herzlichen Dank, Art, dass ich bei dir sein darf. Der Frühling hat auch Santiago erreicht!

Da am 7. Jan. die Dakar http://www.dakar.com in Iquique Halt macht, werde ich dieses Ereignis abwarten, ist wohl verständlich. Langweilig wird es mir bis dahin kaum werden.

Freitag, 12. November 2010

Èndlich im Frühling von Buenos Aires angekommen

Iglesia del Pilar, Recoleta, Buenos Aires

Mit zwei Monaten Verspätung, dafür mit einer guten Sehschärfe, bin ich wieder in Buenos Aires gelandet. Die Stadt pulsiert nach wie vor, mein Handy funktioniert nach dem vierten Besuch bei Claro, das halbe Lomo (Rindsfilet) ist zarter als jedes in der Schweiz, dafür aber etwas grösser. Ich geniesse es und freue mich in den nächsten Tagen Freunde und Bekannte zu treffen. Am 18. gehts weiter nach Santiago de Chile.

Mittwoch, 4. August 2010

Der 4. Juli war mein Glückstag!

DANKE! Ich bin froh dass ich relativ unversehrt Griechenland geniessen kann.

Bei schönstem Wetter endlich einmal mit dem Fahrrad ins Dischmatal fahren. Da die Gangschaltung an meinem Mountainbike gebrochen ist setzte ich mich nach Jahren wieder einmal auf mein Rennrad. Die Fahrt war gemütlich und erholsam, kaum Verkehr, die Alpenrosen blühten, Rinder entlang des Bergbaches, die Frische des Bergsommers, was will man mehr? Einen Besuch im Restaurant Dürrboden oder gleich zurück? Da Regenwolken aufzogen wendete ich sogleich. Kaum losgefahren öffnete der Himmel die Schleusen, zu spät um umzukehren. Also möglichst schnell nach Hause, ich war sogleich durchnässt. Filmriss. Ich erinnere mich nur, dass ich irgendwie über das Rad flog und dann mit einer schmerzenden Schulter auf der Strasse stand. Eine Familie mit Auto brachte mich ins Spital Davos. Sonst weiss ich nichts mehr. Fazit: Rechtes Schlüsselbein gebrochen, tiefe Verletzungen an den Knien, leichte Schürfwunden an Ellenbogen, Schulter, Hüften, im Gesicht, ein Brillenglas und die Uhr zerkratzt und anscheinend eine leichte Hirnerschütterung. Ein Pfleger meinte, so wie mein Fahrradhelm ausschaut, hätte ich riesiges Glück gehabt! Eine Nacht im Krankenhaus mit Überwachung meiner Hirnerschütterung, am Mittag wurde ich entlassen, mit einem Rucksackverband. Diesen müsse ich drei Wochen tragen und weitere drei Wochen meine Schulter schonen. Vier Schmerztabletten pro Tag, das war‘s!

Als ich meinen Helm betrachtete musste ich sagen: Dank meinem Helm habe ich riesiges Glück gehabt. Er ist hinten gespalten und auf der Seite gebrochen, ich muss bergab bei grosser Geschwindigkeit voll auf den Kopf gefallen sein. Wenn ich zuerst gerutscht wäre, hätte ich andere Schürfwunden.

Die Familie, welche mich gefunden hat, durfte ich zu einem Kaffee einladen, so konnten sie mir die Situation erklären. In einer scharfen Rechtskurve hat es mich erwischt, das Velo lag auf der linken Strassenseite. Die dünnen Pneus und der starke Regen… das Erinnerungsvermögen ist aber nicht mehr zurückgekommen.

Anstelle der Fahrt mit dem Motorrad erstmals durch Ungarn nach Griechenland musste ich umdisponieren und fliegen, erstmals habe ich einen billigen Flug erwischt. Für Fr. 220.- mit Malev über Budapest.

Als ich das zerkratzte Brillenglas ersetzen wollte, meldete mich der Optiker nach dem Untersuch sogleich bei der Augenärztin an, ich war bereits im April bei ihr. Die sagte damals, dass irgendwann eine Operation des grauen Stars notwendig würde, die schlechten Augen beschäftigen mich seit langem. Nun haben sich meine Augen aber in kurzer Zeit so verschlechtert, so dass ich am 6. und 13. September je an einem Auge ambulant operiert werde. Den Rückflug am 15. September nach Santiago de Chile verschiebe ich gerne um einige Wochen, da ich dafür mit „neuen“ Augen, resp. neu eingesetzten Linsen, die Reise fortsetzen kann. Meine Augen wären auf der Reise schnell schlechter geworden, so bin ich froh bleiben mir diese Probleme erspart.

Im Moment geniesse ich Griechenland, Mami ist für zwei Wochen auf Besuch. Meinen Rucksackverband konnte ich abziehen und als Therapie kann ich nun leichte Schwimmbewegungen machen. Ich kann Blumen giessen, lesen und mich im Wasser abkühlen. Schwimmen, Wasserskifahren, Wakeboarden, Fahrradfahren und solche Dinge braucht man ja nicht wirklich zum Leben…

Am 18. August habe ich meinen Rückflug gebucht und dann kann ich bestimmt noch schöne Motorradtouren unternehmen.

Wann meine Reise weitergeht werde ich im Oktober entscheiden.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Der Sommer wird kommen!

Letzte Nacht hat es wieder weit herunter geschneit, Zeit mein Auto nach Griechenland zu bringen.

Der Winter in Davos war ein Erlebnis, knapp 80 mal habe ich die Skis oder das Board angeschnallt. Ich konnte in der Skischule mehr unterrichten, als ich gehofft hatte, für mich eine Bereicherung. In Davos durfte ich auch viele neue Kontakte knüpfen.

Einen Tag mit dem Africa Twin Club bei Jaques Cornu und an den Auffahrtstagen bei Dany Wirz in der Ardèche, für die kommenden Motorradkilometer fühle ich mich gerüstet.

Den Sommer geniesse ich in Europa, bevor ich Mitte September wieder nach Südamerika fliege. Und dann gibt es wieder Tripreports!

En schöne Summer wünsch i Eu allne!