Freitag, 22. Juli 2016

Via Honduras nach El Salvador (18. - 22. Juli 2016)

Diesmal bin ich nur kurz in Honduras. 150 km ohne Übernachtung. Trrotzdem muss ich 40 $ für meine Twin bezahlen, inklusive Versicherung. Pech ist, wenn ich zuerst an den Einreiseschalter gehe und lange anstehe. So lange, dass die einzige Zollbeamtin gerade zum mittagessen gegangen ist. Dummerweise macht sie heute einen langen Mittag, sie kommt erst um 13.45 statt um 13.00 Uhr. Mi 3 1/2 Stunden dürfte dies mein längster Zollübergang gewesen sein. Meist reichen etwa 2 Stunden.
Die Strassen in Honduras sind bedeutend schlechter als in Nicaragua. Die Landschaft ist aber genauso faszinierend. Vulkane gibt es in all diesen Ländern im Überfluss.
Für diese Abfalldeponie habe ich gewendet, so schön an der Strasse gelegen. Ob die Kühe hier wohl viele leckeres Futter finden?
Und schon liegt Honduras hinter mir. El Salvador, das einzige Land, welches ich in Zentralamerika noch nicht besucht hatte begrüsst mich freundlich.
Meine erste Nacht habe ich in Santa Rosa de Lima verbracht. Ich habe mich in Hof mit dem Wächter unterhalten, nur mit denVelohosen bekleidet. Es gab einen riesigen Knall, ein Unfall! Wir sind sofort vors Hotel, eine junge Frau lag regungslos auf der Strasse. Bereits standen einige Leute um sie herum, mit Fotografieren und Filmen beschäftigt. Als ich mich um sie kümmern wollte hiess es ich soll sie nicht berühren. Endlich habe ich festgestellt dass sie noch Puls hat, das Gesicht und alles war blutüberströmt, im Dunkeln habe ich aber nicht gesehen woher das Blut kam. Was macht man in so einer Situation? Die histerische Mutter die sich an die junge Frau klammert, ist seit einer Stunde im Lande, man kennt weder Ort noch Gegebenheiten. Zum guten Glück begann sie sich zu bewegen und wollte sogar aufstehen, ohne ansprechbar zu sein. Es wurde beschlossen, dass man sie auf einen Pickup legt und ins Spital fährt. Na ja, ich habe geholfen sie hochzuheben, der Pickup ist weggefahren. Da sah ich im Dunkel einen dunkelblauen Pickup in der angrenzenden Wiese stehen, der Fahrer entfernte die Nummernschilder und teilte mit dass er zur Polizei gehen. Bis ich alles Blut abgewaschen hatte dauerte es einige Zeit. Etwa eine Stunde später kam ein Polizeiauto, die Polizisten sahen sich die Situation an - und fuhren wieder weg. Am Morgen stand das Auto nicht mehr in der Wiese. Man kann einfach hoffen, dass man hier nie einen Unfall hat! Der jungen Frau wünsche ich alles Gute.

Die Landschaft ist auch in El Salvador abwechslungsreich.

Mein Zimmer im "Hotel Nueva Villa Santander" hatte ich bereits reserviert. Ein guter Platz.


Nelsons Hobby sind seine diversen Rassehunde, mit diesen besuche er in Zentralamerika Ausstellungen.

Pupusa werden überall verkauft. Der Teig ist aus Mais und Mehrl. Es gibt verschiedenste Füllungen, Fleisch und Gemüse. Diese Pupuseria ist nur einige Schritte entfernt, am Abend habe ich mich öfters dort verpflegt- sonst war am Abend fast alles geschlossen.




Wie schon erwähnt machten mir mein Zahnkranz und die Kette Sorge. Ich weiss nicht ob ich es noch bis Cancún geschafft hätte - und in diesen Ländern mit einer Panne liegen zu blieben war nicht sehr verlockend. In Nicaragua habe ich keine Ersatzteile gefunden, so hoffte ich auf San Salvador. Leider konnten mir Honda Nicaragua und Honda Guatemala nicht weiterhelfen. Ich müsste mindestens einen Monat auf die Ersatzteile warten. Wie weiter?

Nelson betätigt sich auch als Reiseführer, so buchte ich ihn für drei Stunden um mir die Stadt etwas zu zeigen.
San Salvador hat viele Bürgerkriege und eine bewegte Geschichte. In einem schönen Park hat es eine Gedenkmauer mit Tausenden von Namen, alles Opfer der Diktatoren. 


Das Palacio Nacional hat einige Erdbeben ohne grosse Schäden überstanden, überall wird renoviert.
 Der ganze Innenteil ist mit Terrassen gesäumt.
Im blauen Zimmer tagte früher die Regierung
Viele Gebäude sind innen und aussen mit diesem Blech-Laminaten verkleidet,oft seien darunter Holzkonstruktionen. Die Bleche wurden aus den USA importiert,
Die alte Kathedrale ist 1956 komplett abgbrannt. Die neue wurde wieder an selben Ort erbaut und 1999 fertiggestellt.
 Der Innenraum ist irgendwie speziell.
Die eindrücklichste Kirche ist die Iglesia El Rosario. Sie ist nur aus nacktem Beton, Backsteinen und Glas gebaut.
 

 Das farbige Glas ergibt eine spezielle Stimmung.

Die Wände sind versetzte Lamellen, so dass Luft zirkulieren kann und es angenehm kühl ist. Wenn man genau hinsieht ist der Beton an vielen Orten, speziell am Boden, abgesprungen und man sieht die Armierungseisen. Das wird noch Probleme geben. 
Schlichte Metallfiguren aus Alteisen verzieren die Wände.

In Beton ist der Leidensweg Jesus in 14 Stationen dargestellt.


Wieder an der "frischen" Luft. Die Stände werden immer mehr auf die Strasse geebaut, so dass anstelle drei Spuren nur noch knapp eine zur Verfügung steht. Dies ergibt ein riesiges Verkehrschaos mit entsprechenden Abgasen.

Gabriel kenne ich durchs Internet. Eigentlich wollte er mit El Salvador zeigen. Leider haben sie ihm vor einigen Monaten sein Motorrad gestohlen. So blieb nur ein Ausflug mit dem Roller von seinem Bruder Tony auf den Vulkan El Boquerón. Gabriel hat einen Geheimtipp, hinauf zu den Antennen. Fast habe ich es geschafft, aber dann habe ich wieder einmal meine Twinn abgelegt. Zum Glück war ich nicht alleine! Schaden hat es jedoch keinen gegeben.
Dafür war die Stimmung mysthisch.
Normalerweise werden die Motorräder zum Fotoshooting vorne an der Kante parkiert, auf dies habe ich aber verzichtet, der "Weg" wäre eine Herausforderung gewesen - und ein Ableger reicht.
Der Nebel hat sich langsam verzogen, so hatten wir eine traumhafte Aussicht in den sehr steilen Krater. Dieser kleine, 45 m hohe Vulkankegel hat sich 1917 gebildet.
Am Aussichtplatz über die Stadt haben sich auch diese Enten vergnügt.
 Der Ausblick in der Abensonne ist traumhaft.




Gabriel nannte mir einen guten Mechaniker, der Vertreter von Touratech. Dass Motorider S.A. neben dem Zentrum "Pinares de Suiza" liegt ist sicher kein schlechtes Omen.
 Chico was sehr hilfsbereit und versprach mir alles zu versuchen.
So wusste ich die Twin in guter Obhut - und wartete. Dabei hatte ich Zeit San Salvador und die Umgebung weiter kennen zu lernen.

Da ich diesen Bericht in Guatemala schreibe kannst du davon ausgehen, dass ich wieder unterwegs bin! ;-))



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